KAB Diözesanverband Köln

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Sonntagsschutz

Für den Schutz des Sonntags – um der Menschen willen

Als Mitglied der ALLIANZ FÜR DEN FREIEN SONNTAG tritt die KAB entschieden für den Sonntagsschutz ein.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat im sogenannten Entfesselungspaket I die Verdoppelung der jährlichen verkaufsoffenen Sonntage von vier auf acht ermöglicht. Wir, die Mitglieder der ALLIANZ FÜR DEN FREIEN SONNTAG, unterstützt auch von den evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen, lehnen dies und die damit verbundene fortschreitende Ökonomisierung des Sonntags ab.

Der Sonntag ermöglicht dem Menschen, sich auf Wesentliches im Leben zu besinnen. Er bietet Zeit für gemeinsame kulturelle oder sportliche Veranstaltungen, für den Besuch der Gottesdienste und die Pflege von freundschaftlichen und familiären Beziehungen. Gerade der Sonntag erinnert daran, dass Menschen nicht nur zur Arbeit geschaffen sind und ihre Würde nicht an ihrer Leistung hängt. Der Sonntag trägt dazu bei, dass Menschen Zeit für sich selbst und für andere haben - geschenkte Zeit, die nicht unter dem Druck des Ökonomischen steht. Dem gemeinsamen Ruhetag kommt im Wochenrhythmus eine besondere, heilsame Bedeutung zu, weil er eine Struktur schafft und den Arbeitsalltag unterbricht. Auch in den ersten Büchern der Bibel ist dies beschrieben.

Der arbeitsfreie Sonntag stellt für alle Gruppierungen, die im kulturellen, religiösen, sportlichen, sozialen und politischen Bereich tätig sind, eine unverzichtbare Grundlage dar: jedes Engagement im Ehrenamt ist auf gemeinsame freie Zeit angewiesen.

Mit der von der Landesregierung beschlossenen weiteren Aufweichung des im Grundgesetz und in der Landesverfassung NRW festgeschriebenen Sonntagsschutzes über das geltende Ladenöffnungsgesetz NRW hinaus vollzieht sich eine zunehmende wirtschaftliche Verzweckung aller Lebensbereiche, die wir ablehnen. Dabei geht es der ALLIANZ FÜR DEN FREIEN SONNTAG um den Schutz des Sonntags für Gottesdienstzeiten wie auch um den Schutz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Es geht uns darum, den kulturellen Rhythmus zwischen Arbeit und Ruhe um der Menschen willen zu erhalten und den Menschen eindeutig in den Mittelpunkt des Wirtschaftens zu stellen.

Der Respekt vor der Sonntagsruhe ist ein deutliches Zeichen für die Werteordnung einer Gesellschaft. Wir alle, zuvorderst diejenigen, die die Politik in unserem Land gestalten, stehen in der Verantwortung, sich für den Erhalt des freien Sonntags zum Wohle einer menschenfreundlichen Gesellschaft einzusetzen. Deshalb fordern die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner die NRW-Landesregierung auf, auf die weitere Aushöhlung des Sonntagsschutzes  zu verzichten.

Die Gründungsmitglieder der ALLIANZ FÜR DEN FREIEN SONNTAG: Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB), Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Katholische Betriebsseelsorge, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evangelischen Kirche in Deutschland (KDA) und der Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen e. V.

Unterstützt durch die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche von Westfalen und die Lippische Landeskirche, Kolping NRW und weitere Verbände und Organisationen, die die Anliegen der Allianz für den freien Sonntag mittragen.